sehr
geehrte besucherin, sehr geehrter besucher. sie befinden sich auf der
internetpräsenzseite der kunst/gruppe olga. diese seite folgt nicht dem
verbreiteten neokapitalistischen verwertungszwang und stellt daher
keine verkaufs- und repräsentations-, sondern vielmehr eine
präsenz- und informationsplattform dar. die gestaltung der seite
ist bewusst schlicht gehalten, um einen ruhenden gegenpol zur immer
schneller sich drehenden vermarktungsspirale zu bilden und eine
konzentration auf das wesentliche, die kunst, zu ermöglichen.
programm der kunst/gruppe olga:
die kunst/gruppe olga versteht sich als unabhängig und
avantgardistisch. die kunst/gruppe
olga versteht sich als
parteifern und staatskritisch. die kunst/gruppe olga verweigert sich dem
neokapitalistischen verwertungszwang und dem reaktionären
neokonservativen lebensmodell. die kunst/gruppe olga ist der überzeugung, dass alles
kunst und kunst alles ist. die kunst/gruppe olga ist der überzeugung, dass kunst
politisch ist und der öffentlichkeit zugemutet werden kann und
muss. die kunst/gruppe
olga vertritt den
erweiterten kunstbegriff in allen seinen formen und farben. die kunst/gruppe olga versteht sich nicht als marke und
gegenstand, sondern als ideenkonglomerat. die kunst/gruppe olga ist inhomogen und stets unvollendet.
die kunst/gruppe olga ist aggressiv und revolutionär.
die kunst/gruppe olga versteht sich als widerstand gegen
die grassierende beliebigkeit und hält der herrschenden
reflexionslosigkeit einen spiegel vor.
aktuell:
die kunst/gruppe olga nahm am kunstpreis "soccer arts" der stadtgalerie
klagenfurt teil. das eingesandte werk gelangte in die
finalrunde und wurde im Zeitraum 6.6.-27.6. 2008 im "living studio" der
stadtgalerie klagenfurt bzw.
im "basement" der city arkaden
klagenfurt ausgestellt, siehe auch hier.
hier ein bild der eingesandten plastik "football"
sowie die
originalbeschreibung (künstlerstatement):
die kunst/gruppe olga vertritt
die
auffassung, dass der fussball als hermetisches objekt nicht durch
außerhalb seiner selbst stehende konzepte erkenntniserzeugend
interpretiert werden kann. ein gebrauchter fussball enthält
implizit alle zum thema „fussball“ assoziierbaren werte, i.e.
begeisterung, hoffnung, sieg, schmerz und so weiter usf. die
kunst/gruppe olga weigert sich, an der kapitalistisch inspierierten
exploitativen generierung sekundärer zuordnungen aktiv
mitzuwirken und stellt dem begleitenden das wesentliche entgegen.
stattdessen wird das anfangs abstrakte objekt „fussball“ durch
induzierte emotionen in einen seelenspeicher transferiert, der ohne
produktion materieller werte sich vom ursprünglichen objekt
wesentlich abhebt. die kunst/gruppe olga vertritt den standpunkt,
dass das, worüber nicht gesprochen werden kann, für sich
selbst sprechen soll, und das, was nicht gezeigt werden kann, sich
selbst zeigen soll.
werke und aktionen der kunst/gruppe
olga (auswahl):
"oblatenart
bohnenkopfteller":
mit diesem bild gewann die kunst/gruppe
olga den diesjährigen International
Pavel Jerdanowitch Painting Contest.
die kunst/gruppe olga
möchte damit ihr kunstverständnis auch im internationalen
diskurs plaziert wissen: "art is anything - anything is art".
"triptychon wursthauptpanorama": eine
afrika-landkarte wird mit abgezogenen wursthäuten "übermalt".
thematisiert wird die ignoranz, mit welcher das breite volk politischen
ungerechtigkeiten gegenübersteht, sowie die üble tradition
von almosen statt selbstbestimmung: für uns die wurst, für
die anderen die haut. das werk war bis september 2007 im rahmen der
ausstellung
"arte vuota - pintura higienica" im mueso delle arti in treviso zu
sehen.
kunstaktionen im rahmen der serie "olga
remixes": unter dem motto "olga kann das besser" remixen
mitglieder der kunst/gruppe olga bekannte werke der kunst oder
interpretieren geschichtliche ereignisse neu.
16.oktober 2008, wien: "cross/roads": am
"europäischen tag des fußgängers" queren aktivist/innen
der kunst/gruppe olga etwa
30 minuten lang durchgehend einen ungeregelten
fußgängerübergang an der wiener ringstraße. der
verkehr wird dadurch vollständig zum erliegen gebracht. nach
gewaltsamen ausschreitungen einiger autofahrer muss die aktion
abgebrochen werden. ein aktivist der kunst/gruppe olga erleidet
verletzungen und muss am wiener akh ambulant behandelt werden.
thematisiert wird die normierende kraft des kollektivs gegenüber
dem individuum sowie die massenpsychotische wirkung des motorisierten
individualverkehrs (miv).
23.juli 2008, innsbruck: "die berge / den menschen": aktivist/innen
der kunst/gruppe olga errichten
am innsbrucker hauptplatz einen zehn meter hohen berg aus leeren
mineralwasserflaschen. in zusammenarbeit mit der ngo-organisation
"wasser ist leben" soll unter dem titel "die berge / den menschen"
gegen die pläne eines großinvestors demonstriert werden, die
unter anderem die errichtung eines speicherkraftwerks in einem
hochalpinen gletscherschutzgebiet vorsehen. nach protesten von
anrainern kann dank vermittlung durch den innsbrucker galeriebesitzer
erhard moisch ein kompromiss geschlossen und die aktion wie vorgesehen
beendet werden.
16.märz 2008, graz: "buried
again": am 25. jahrestag der eichenpflanzung joseph beuys' in
kassel ("7000 eichen") remixt die kunst/gruppe olga die
aktion "being buried alive" der österreichischen kunstgruppe
monochrom: vor der grazer karl-franzens-universität vergraben
mitlieder der kunst/gruppe olga
eine junge eiche, um sie auf diese weise der massiven
umweltverschmutzung, insbesondere der grazer feinstaubverseuchung, zu
entziehen, um aber andererseits dieser eiche eine spirituelle
grenzerfahrung zu ermöglichen. nach "15 months of fame" soll die
eiche wieder ausgegraben und in der innsbrucker galerie moisch
dauerhaft aufgestellt werden.
23.jänner 2008, galerie wallenstein, graz: "wie der tod die bilder erklärt":
am 21. todestag joseph beuys' beschmiert ein mitglied der kunst/gruppe olga seinen kopf mit fett und honig und
verkleidet sich als tod. die besucher müssen die galerie
verlassen, während der tod drei stunden alleine durch die
ausstellung streift und die bilder (eine ausstellung der jungen grazer
künstlerin marlene defebre) erklärt. thematisiert wird der
immanente widerspruch zwischen lebender und toter materie, also
zwischen honig und fett einerseits und dem tod und leeren räumen
andererseits. dadurch stellt natürlich auch die frage der
zuordnung von kunst: ist kunst lebendig oder tot? die antwort des
konservativen bildungsbürgertums ist unschwer zu erraten.
21.november
2007, öffentliche toilette am grazer hauptplatz: "ceci n'est pas une toilette": am
geburtstag rene magrittes kennzeichnet die kunst/gruppe olga ein einzelnes wc in der
öffentlichen toilettanlage am grazer hauptplatz mit dem hinweis
"ceci n'est pas un toilette" und verweigert passanten die benutzung
dieses einen wc's. nach einem polizeieinsatz muss die aktion vorzeitig
abgebrochen werden. thematisiert wird der herrschende abwertende umgang
der öffentlichkeit mit kunst im allgemeinen und moderner kunst im
besonderen sowie das reaktionäre kunstverständnis breiter
bevölkerungsteile.
31.oktober 2007: "thesen": am
jahrestag des luther'schen thesenanschlag schlagen mitglieder der kunst/gruppe olga 95
thesen, grundlegende fragestellungen der modernen kunsttheorie
betreffend, an der tür der öffentlichen toilettanlage am
grazer hauptplatz an. nach wenigen stunden werden die thesen von einer
reinigungskraft entfernt. thematisiert wird die völlige
unterrepräsenz der kunst in modernen medien. aus diesem grund
wurden auch demonstrativ keine bilder der aktion angefertigt (ein
aktivist der kunst/gruppe
olga fotografierte ohne
fotoapparat) und sämtliche entwürfe und materialien nach
beendigung der aktion vernichtet.
13.juni 2007, grazer innenstadt: "verhüllungen":
am geburtstag des verhüllers christo werden in den frühen
morgenstunden durch mitglieder der kunst/gruppe olga verhüllungen im
öffentlichen raum vorgenommen: parkende autos, verkehrsschilder,
diverse kleingegenstände und eine straßenbahnhaltestelle.
die aktion führt zu mehreren "anzeigen gegen unbekannt" und wird
in lokalen medien ausführlich diskutiert. die kunst/gruppe olga bekennt sich kollektiv, nicht aber
individuell zu der tat; von einer anklageerhebung wird abgesehen.
thematisiert wird zum einen die notwendigkeit des einbrechens der kunst
in den alltag des menschen sowie zum anderen der auch in der modernen
kunst, wie eben bei christo, vorherrschende drang zur gigantomanie:.die
kunst/gruppe olga stellt dem einen schlüssigeren
kunstbegriff gegenüber: nicht nur ein verhüllter reichstag,
auch ein verhülltes feuerzeug kann "große" kunst sein.
kontakt:
kunstgruppe-olga@hotmail.com
update: 27.9.2008